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POPSZu: Wolfgang Huber, Der christliche Glaube. Eine evangelische Orientierung.
Benedikt will den Glauben mit der vernunftgeleiteten Erkenntnis stützen: Die menschliche Vernunft verweise auf Gott. Aber das ist nur unter der Voraussetzung richtig, dass die menschliche Vernunft ein Spiegelbild der göttlichen Vernunft ist. Eine Position, die Huber suspekt ist: "Je stärker die Christenheit davon überzeugt war, dass ein angemessener Gebrauch der menschlichen Vernunft zu keiner anderen Konsequenz als zur Anerkennung des christlichen Glaubens führen könne, desto massiver neigte sie dazu, Menschen, die sich dieser Konsequenz verweigerten, das Menschsein abzusprechen. Diese Vorstellung steht im Hintergrund der mittelalterlichen Exzesse im Umgang mit Ungläubigen oder Irrgläubigen, also mit Heiden und Häretikern." Huber ist höflich genug, an dieser Stelle nicht Benedikt zu erwähnen, aber auch der glaubt, dass ein angemessener Gebrauch der menschlichen Vernunft letztlich zur Anerkennung des christlichen Glaubens führen müsse.
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POPSKritiker der Karfreitags-Fürbitte
Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni bezeichnete die Bitte als weiterhin inakzeptabel und als einen Stolperstein im christlich-jüdischen Dialog. Selbst das Jerusalemer Oberrabbinat zeigte sich irritiert. Laut Abraham Foxman, Direktor der Anti-Defamation-League in den USA, werden die Juden mit der Fürbitte aufgerufen, ihre religiöse Identität aufzugeben. Für den jüdischen Publizisten Günther B. Ginzel aus Köln ist die Fürbitte «ein Liebesdienst an antijüdische reaktionäre Kreise in der katholischen Kirche». Und der jüdische Historiker Michael Wolffsohn hält die Karfreitagsfürbitte gar für den «grössten theologischen Rückschritt in Bezug auf das Judentum seit 1945». Im Heimatland von Papst Benedikt forderte der Zentralrat der Juden, dass die Fürbitte auf jeden Fall modifiziert wird. Auch der Schweizerische Israelitische Gemeindebund zeigte sich über die Rückkehr zu einer Vorstellung, wonach «sich das Heil ausschliesslich im Schosse der Kirche finden lasse», sehr enttäuscht.
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POPSSuperiore anno Oratio Ratisbonensis habita
Vor einem Jahr war Papst Benedikt XVI. in Bayern und hielt seine nachmals berühmte Regensburger Rede. Aber was genau war es eigentlich, was dann zu wütenden Protesten in Teilen der islamischen Welt führte? Es war dieses Zitat des Papstes aus einem mittelalterlichen Streitgespräch: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten”. Trotz der Proteste und Polemik hat der Papst sich für diese Worte nicht entschuldigt. Er bedauerte nur, dass das Zitat Anlass zu Missverständnissen geworden sei. Ein besonderes Anliegen sei es ihm gewesen, das Verhältnis von Glaube und Vernunft und die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs ... aufzuzeigen. Hier bedürfe es der Selbstkritik und der Toleranz, die die Ehrfurcht vor dem, was dem anderen heilig ist, einschließt. Papst-Sekretär nennt die Rede im Rückblick „prophetisch”.